Mangita und Larina
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Dies ist eine Geschichte aus der Seenregion von Luzon. Bei Regen oder im Winter steigt das Wasser des Laguna de Bai und löst von den Ufern eine eigentümliche, salatähnliche Vegetation. Diese Pflanzen, die monatelang den Pasig-Fluss hinabtreiben, gaben der Legende zweifellos ihren Ursprung.
Vor vielen Jahren lebte am Ufer der Laguna de Bai ein armer Fischer, dessen Frau gestorben war und ihm zwei wunderschöne Töchter, Mangita und Larina, hinterlassen hatte. Mangita hatte pechschwarzes Haar und dunkle Haut. Sie war ebenso gutherzig wie schön und wurde von allen für ihre Güte geliebt. Sie half ihrem Vater, die Netze zu flicken und Fackeln für die Nachtfischerei herzustellen, und ihr strahlendes Lächeln erhellte das kleine Nipa-Haus wie ein Sonnenstrahl. Larina war hellhäutig und hatte langes, goldenes Haar, auf das sie sehr stolz war. Sie war anders als ihre Schwester und half nie bei der Arbeit, sondern verbrachte den Tag damit, ihr Haar zu kämmen und Schmetterlinge zu fangen. Sie fing einen hübschen Schmetterling, stach grausam mit einer Nadel durch ihn und steckte ihn sich ins Haar. Dann ging sie zum See hinunter, um ihr Spiegelbild im klaren Wasser zu betrachten, und lachte, als sie den armen Schmetterling vor Schmerzen zappeln sah. Die Leute mochten sie wegen ihrer Grausamkeit nicht, aber Mangita liebten sie sehr. Das machte Larina eifersüchtig, und je mehr Mangita geliebt wurde, desto böser hielt ihre Schwester sie.
Eines Tages kam eine arme, alte Frau zum Nipa-Haus und bat um etwas Reis für ihre Schüssel. Mangita flickte gerade ein Netz, und Larina kämmte sich im Türrahmen die Haare. Als Larina die alte Frau sah, sprach sie spöttisch mit ihr und stieß sie so, dass sie stürzte und sich den Kopf an einem scharfen Stein aufschlug. Doch Mangita sprang auf, um ihr zu helfen, wusch ihr das Blut ab und füllte ihre Schüssel mit Reis aus dem Krug in der Küche. Die arme Frau dankte ihr und versprach, ihre Güte nie zu vergessen, sagte aber kein Wort zu ihrer Schwester. Larina kümmerte das nicht; sie lachte sie aus und verspottete sie, als sie sich mühsam den Weg zurück schleppte.
Nachdem Mangita fortgegangen war, tadelte sie Larina für deren grausame Behandlung einer Fremden; doch anstatt etwas zu bewirken, verstärkte sich Larinas Hass auf ihre Schwester nur noch. Einige Zeit später starb der arme Fischer. Er war in die große Stadt flussabwärts gegangen, um seinen Fisch zu verkaufen, und hatte sich dort mit einer schrecklichen Krankheit angesteckt, die dort grassierte. Die Mädchen waren nun auf sich allein gestellt. Mangita schnitzte hübsche Muscheln und verdiente genug, um Essen zu kaufen, doch obwohl sie Larina inständig bat, ihr zu helfen, vertrödelte ihre Schwester nur die Zeit. Die schreckliche Krankheit breitete sich nun überall aus, und auch die arme Mangita erkrankte. Sie bat Larina, sie zu pflegen, doch diese war eifersüchtig und tat nichts, um ihre Schmerzen zu lindern. Mangitas Zustand verschlechterte sich zusehends, doch schließlich, als es schien, als würde sie bald sterben, öffnete sich die Tür, und die alte Frau, zu der sie so freundlich gewesen war, trat ins Zimmer.
Sie hielt einen Beutel mit Samen in der Hand und gab ihn Mangita, der es bald besser ging. Doch sie war so schwach, dass sie sich nicht bedanken konnte. Die alte Frau gab den Beutel dann Larina und trug ihr auf, ihrer Schwester stündlich einen Samen zu geben, bis diese zurückkehrte. Dann ging sie fort und ließ die Mädchen allein. Larina beobachtete ihre Schwester, gab ihr aber keinen einzigen Samen. Stattdessen versteckte sie die Samen in ihrem langen Haar und beachtete Mangitas Schmerzensschreie nicht. Die Schreie des armen Mädchens wurden immer schwächer, doch ihre grausame Schwester wollte ihr keinen einzigen Samen geben. Larina war sogar so eifersüchtig, dass sie sich wünschte, ihre Schwester würde sterben.
Als die alte Frau endlich zurückkehrte, lag die arme Mangita im Sterben. Die Besucherin beugte sich über das kranke Mädchen und fragte ihre Schwester, ob sie Mangita die Samen gegeben habe. Larina zeigte ihr den leeren Beutel und sagte, sie habe sie wie gewünscht gegeben. Die alte Frau suchte das Haus ab, konnte die Samen aber natürlich nicht finden. Dann fragte sie Larina erneut, ob sie sie Mangita gegeben habe. Wieder bejahte das grausame Mädchen dies. Plötzlich wurde der Raum von einem blendenden Licht erfüllt, und als Larina wieder sehen konnte, stand anstelle der alten Frau eine wunderschöne Fee, die die nun genesene Mangita in ihren Armen hielt. Sie deutete auf Larina und sagte: „Ich bin die arme Frau, die um Reis bat. Ich wollte eure Herzen kennenlernen. Ihr wart grausam und Mangita war gütig, deshalb soll sie mit mir auf meiner Insel im See leben. Und du, weil du versucht hast, deiner guten Schwester Böses anzutun, sollst du für immer auf dem Grund des Sees sitzen und die Samen auskämmen, die du in deinem Haar versteckt hast.“
Da klatschte sie in die Hände, und zahlreiche Elfen erschienen und trugen die sich wehrende Larina fort. „Komm“, sagte die Fee zu Mangita, und diese brachte sie in ihr wunderschönes Zuhause, wo sie in Frieden und Glück lebt. Larina aber sitzt am Grund des Sees und kämmt sich die Haare. Jedes Mal, wenn sie einen Samen auskämmt, kommt ein neuer hinzu, und aus jedem ausgekämmten Samen wächst eine grüne Pflanze, die aus dem See in den Pasig schwimmt. Und bis heute können die Menschen sie sehen und wissen, dass Larina für ihre Bosheit bestraft wird.