Die Pest

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Wenn die Pest das Land verwüstet, stehen ganze Dörfer leer; die Hähne werden heiser und können nicht mehr krähen; selbst die Hunde, unsere Wächter des Hauses, bellen nicht mehr. Sie können die Pest jedoch schon von Weitem riechen und sehen. Sie knurren und versuchen wütend, sie anzugreifen; denn die Pest ergötzt sich daran, sie zu quälen und zu ängstigen.

Einst schlief ein Bauer oben auf einem Heuschober; neben ihm lehnte eine Leiter. Der Mond schien hell, und die Nacht war klar. Plötzlich ertönte, vom Wind getragen, ein lautes Geräusch, in dem das Knurren und Heulen von Hunden alle anderen Geräusche deutlich übertönte.

Der Bauer stand auf und sah voller Schrecken eine große, weiß gekleidete Frau mit zerzaustem Haar, die, von Hunden verfolgt, direkt auf ihn zurannte. Vor ihr erhob sich ein hoher Zaun. Die große Frau sprang mit einem Satz darüber und rannte die Leiter hinauf. Dort, in Sicherheit vor den wütenden Hunden, streckte sie ihr Bein aus und rief neckend:

„Na goga, noga! Na goga, noga!“ (Da ist mein Bein, ergreife es.)

Der Bauer erkannte in ihr sogleich die schreckliche Pest selbst. Vorsichtig näherte er sich der Leiter und stieß sie mit aller Kraft vom Schutt. Die Pest fiel zu Boden, und die Hunde packten sie. Sie drohte dem Bauern mit Rache und verschwand dann plötzlich.

Der Bauer starb nicht an der Pest, aber er wurde danach nie wieder gesund; und er hob oft unwillkürlich sein Bein und wiederholte den Ausruf:

„Na goga noga! Na goga noga!“

Dies waren die einzigen Worte, die er aussprechen konnte.