Warum die Buschkuh und der Elefant schlechte Freunde sind

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Die Buschkuh und der Elefant waren schon immer schlechte Freunde, und da sie ihre Streitigkeiten nicht untereinander beilegen konnten, beschlossen sie, den Häuptling entscheiden zu lassen.

Der Grund für ihre Feindschaft war, dass der Elefant ständig vor seinen Freunden mit seiner Stärke prahlte, was die Buschkuh beschämte, da sie stets eine gute Kämpferin war und weder Mensch noch Tier fürchtete. Als der Fall dem Häuptling vorgelegt wurde, entschied dieser, dass der Streit am besten beigelegt werden sollte, wenn Elefant und Buschkuh sich auf einem großen, offenen Platz gegenüberstünden und gegeneinander kämpften. Er legte fest, dass der Kampf am nächsten Markttag auf dem Marktplatz stattfinden sollte, damit alle Dorfbewohner Zeugen des Geschehens werden konnten.

Als der Markttag kam, ging die Buschkuh frühmorgens hinaus, stellte sich ein Stück außerhalb der Stadt an der Hauptstraße zum Markt auf und begann zu brüllen und den Boden aufzuwühlen. Als die Leute vorbeikamen, fragte sie sie, ob sie etwas von dem „Großen, Großen“ gesehen hätten, so hieß der Elefant.

Ein vorbeikommender Buschbock erwiderte: „Ich bin nur eine kleine Antilope und auf dem Weg zum Markt. Was soll ich denn über die Aktivitäten des ‚Großen‘ wissen?“ Daraufhin ließ ihn die Buschkuh passieren.

Nach kurzer Zeit hörte die Buschkuh das Trompeten des Elefanten und konnte ihn hören, wie er näher kam, Bäume umbrachte und das kleine Gebüsch niedertrampelte.

Als der Elefant in die Nähe der Buschkuh kam, stürmten beide aufeinander zu, und es entbrannte ein gewaltiger Kampf, bei dem die umliegenden Höfe stark beschädigt wurden und viele Menschen sich nicht mehr trauten, zum Markt zu gehen, und stattdessen nach Hause zurückkehrten.

Schließlich beschloss der Affe, der den Kampf aus der Ferne beobachtet hatte, während er hoch oben in den Bäumen von Ast zu Ast sprang, dem Häuptling Bericht zu erstatten. Obwohl er mehrmals vergaß, was er eigentlich tun wollte – eine kleine Eigenart von Affen –, erreichte er schließlich das Haus des Häuptlings, sprang aufs Dach und fing und fraß eine Spinne. Dann kletterte er wieder herunter und begann mit einem kleinen Stock zu spielen. Doch schon bald langweilte ihn das, und so nahm er einen Stein und rieb ihn ziellos hin und her, während er in die entgegengesetzte Richtung blickte. Das dauerte nicht lange, und schon bald widmete er sich einer eingehenden Selbstbegutachtung.

Seine Aufmerksamkeit wurde dann von einer großen Gottesanbeterin gelenkt, die mit ihren Flügeln laut klappernd ins Haus geflattert war. Kaum hatte sie sich niedergelassen, nahm sie sofort ihre übliche andächtige Haltung ein.

Der Affe pirschte sich vorsichtig an die Gottesanbeterin heran, packte sie, riss ihr absichtlich ein Bein nach dem anderen ab, fraß den Körper auf und setzte sich mit schief gelegtem Kopf hin. Er sah sehr weise aus, dachte aber in Wirklichkeit an nichts.

Genau in diesem Moment erblickte ihn der Häuptling, als er sich kratzte, und rief laut: „Ha, Affe, bist du es? Was willst du hier?“

Beim Klang der Stimme des Häuptlings zuckte der Affe zusammen und plapperte drauflos. Nach einer Weile antwortete er ganz nervös: „Oh ja, natürlich! Ja, ich bin gekommen, um euch zu sehen.“ Dann dachte er bei sich: „Was wollte ich dem Häuptling bloß erzählen?“, aber es war vergebens, er hatte alles vergessen.

Dann erlaubte der Häuptling dem Affen, sich eine der reifen Kochbananen zu nehmen, die auf der Veranda hingen. Der Affe ließ sich das nicht zweimal sagen, denn er liebte Kochbananen über alles. Er riss die Schale ab, hielt die Kochbanane in beiden Händen und biss Stück für Stück davon ab, wobei er sie nach jedem Bissen aufmerksam betrachtete.

Da bemerkte der Häuptling, dass der Elefant und die Buschkuh eigentlich schon längst da sein müssten, da sie sich einen heftigen Kampf liefern würden. Sofort erinnerte sich der Affe, was er dem Häuptling mitteilen wollte. Nachdem er das Stück Kochbanane, das er sich zwischen die Wange geschoben hatte, heruntergeschluckt hatte, sagte er: „Ah! Das erinnert mich daran.“ Und dann, nach langem Geplapper und allerlei lustigen Grimassen, machte er dem Häuptling endlich klar, dass der Elefant und die Buschkuh, anstatt wie befohlen zu kämpfen, mitten im Busch auf der Hauptstraße zum Markt tobten und so den Großteil der Besucher am Kommen hinderten.

Als der Häuptling dies hörte, geriet er in Wut, holte Bogen und vergiftete Pfeile und eilte zum Kampfplatz. Dort erschoss er sowohl den Elefanten als auch die Buschkuh, warf Bogen und Pfeile weg, floh und versteckte sich im Busch. Etwa sechs Stunden später starben Elefant und Buschkuh unter großen Schmerzen.

Seitdem kämpfen Wildtiere immer im dichten Busch und nicht auf öffentlichen Straßen; da aber der Kampf zwischen Elefant und Buschkuh nie endgültig entschieden wurde, kämpfen sie bis heute immer, wenn sie sich im Wald begegnen.